Archiv für Januar 2008

Das freundliche Possum

Eines Nachts auf dem Weg zum Haus: Ein Possum. Ähnelt einer Ratte ist aber so groß wie ne Katze.

Als ich neulich abends auf dem Weg zu ein paar Freunden war, habe ich ein merkwürdiges Tier gesehen. Eigentlich waren es zwei. Ein großes, das etwa die Ausmaße einer Katze hatte, und ein kleines, wobei das kleinere von dem größeren auf dem Rücken getragen wurde. Leider hatte ich meine Kamera nicht dabei. Aber wie der der Zufall so will, habe ich am nächsten Abend wieder das Vieh gesehen. Diesmal leider nur eins, aber: Ich hatte die Kamera dabei! Also hab ich fix ein paar Bilder geschossen und zuhause analysiert, was das wohl gewesen sein könnte. Ergebnis: Ein Possum! Ein so genannter Beutelsäuger, der ausschließlich in Australien vorkommt. Bilder vom Possum und anderen freundlichen Mitbewohnern gibt es hier. Tja, kannste mal sehen! Ist doch nicht alles so europäisch hier.
Sally, eine befreundete Australierin, hat mir später erzählt, dass Possums gerne in der Nähe von Häusern wohnen und sich vorwiegend von Müll ernähren. Also, willkommen Possum! Möge dir unser Müll schmecken.

Statusbericht Null Eins

Heute ist mein 23. Tag in Australien angebrochen und es wird höchste Zeit für einen ersten Statusbericht. Das wichtigste zuerst: Wo bin ich überhaupt? Ich wohne in Robina, einem der Stadtteile von Gold Coast City in South East Queensland. Um es genauer zu sagen: Am University Drive No 1, etwa 600m vor den Toren der Bond University. Ich residiere in einem dieser charmanten grünen Häuschen. Um es genauer zu sagen: Untere Reihe ganz links, Unit 17. Wenn man die Karte Richtung Südosten scrollt, landet man direkt auf dem Campus.

Der Campus ist ne Wucht, soviel steht fest. Wer sich selbst überzeugen möchte, findet hier einige Fotos. Zu sagen, dass die vielen kleinen Stadtteile an der Gold Coast hässlich sind, wäre gelogen. Aber sie sind anders … irgendwie künstlich. Hier ist nichts historisch gewachsen, sondern alles wurde mehr oder weniger lieblos an die Küste geklatscht. Kein Wunder! Die Region ist gerade mal 50 Jahre alt. Die Vororte rund um Surfers Paradise erinnern an eine Mischung aus Miami Beach, Las Vegas und Timmendorfer Strand. Ja, interessante Mischung, ich weiß! Eine urige Altstadt oder geschichtsträchtige Bauten sucht man hier jedenfalls vergeblich. Das ist schade und fehlt mir ehrlich gesagt ein bisschen.

Weiterhin fällt auf, dass jeder von irgendwo herstammt, nur nicht aus Australien. China, Fiji, Mexiko, Ecuador, New York State, Kanada, Indien, Mauritius, um nur mal einen Auszug aus meinen jetzigen Freundeskreis zu nennen. Und das ist nicht nur an der Uni so. Wenn man hier so durch die Geschäfte schlendert, erkennt man hin und wieder zwar den britischen bzw. europäischen Ursprung, dann erscheint aber wieder alles stereotyp amerikanisch und plötzlich ist man im tiefsten Asien. Sehr verwirrend. Aber vielleicht ist es gerade das, was man als typisch australisch bezeichnen könnte. Positiv daran ist, dass sich alle recht schnell die australische ‘No Worries’ Mentalität aneignen. Egal wen man also nach dem Bus fragt, die Menschen sind immer sehr freundlich und hilfsbereit.

Die Vorlesungen an der Uni sind bis jetzt alle recht gut. Ich kann durchaus folgen. Meine Kurse sind ‘Advertising for Graduates’, ‘Communication Research’, ‘Research Methods in Humanities & Social Sciences’ und ‘Epistemology’. Nichtsdestotrotz gibt es eine Menge zu tun und ich muss einige Hausarbeiten und Gruppenarbeiten bis Mitte April bewältigen. Deshalb höre ich an dieser Stelle erstmal auf, weil ich noch in die Bibliothek muss, um einiges zu erledigen. Die Frage, ob es mir gut geht und ich mich gut eingelebt habe, kann ich dennoch mit JA beantworten. Jeder Tag bleibt spannend. Ich werde euch auf dem Laufenden halten! Bis dahin…

Viele liebe Grüße von der Südhalbkugel!

Zwischenstop in Singapur

So, nach 11 Stunden Flug bin ich nun schon im veregneten Singapur angekommen. Pikante Details des Fluges gibt es später! Ich hatte mir den Flughafen hier ehrlich gesagt etwas spektakulärer vorgestellt. Aber nix da! Alles voll mit kitschigen Duty-Free-Shops und der gesamte Flughafen ist mit einem geschmacklosen grünen Teppich ausgelegt. Außerdem wurde wohl vergessen die ebenso hübsche Weihnachtsdekoration, die übrigens auch im Flugzeug zu finden war, abzuhängen. Vielleicht ist das hier ja so Brauch … und ich möchte mich gleich am ersten Tag natürlich offen gegenüber neuen Kulturen undsoweiter zeigen! Also, sehr schön! Ansonsten ist es hier bullenheiss und ich warte jetzt noch 1,5 Stunden auf meinen Anschlussflug nach Brisbane. So far…

Der Countdown läuft…

Nun sind es nur noch wenige Stunden bis es losgeht … ans andere Ende der Welt … in ein Land, das ich bisher nur von Bildern kenne. Alle Vorbereitungen sind erledigt: Ich bin an der Bond University eingeschrieben, wurde für das Visum zugelassen, habe eine Wohnung in unmittelbarer Nähe zur Uni, habe die Koffer gepackt (und gewogen), habe ein Flugticket und eine Sitzplatzreservierung am Fenster. Fehlt noch was? Eigentlich weiß ich das gar nicht so richtig. Das wird sich dann zeigen. Gefühlsmäßig schwanke ich irgendwo zwischen Euphorie und Melancholie. So genau kann ich auch das nicht sagen. Aber unterm Strich freue ich mich auf ein Jahr in Australien und über regen Kontakt mit Good Old Germany. Wer möchte, kann hier dann in den nächsten zwölf Monaten lesen und sehen, was ich so erlebe. Ich hoffe, dass ich möglichst schnell die ersten Posts schreiben kann und melde mich dann, wenn ich gut angekommen bin! Bis dahin freue ich mich über regen Besuch auf JONAS CROSSING…