Ja ja, nur nicht aufregen. Ich komme nicht wirklich dazu, immer zeitnah nachdem mal was Spannendes passiert ist etwas zu schreiben. Das hat unterschiedlche Gründe. Hehe. Aber! Ich bin wesentlicher schneller darin, neue Fotos hoch zu laden. Mittlerweile hat sich einiges angesammelt, zu dem es noch keine Blog-Texte gibt. Also, es lohnt sich auf jeden Fall für neue Fotos vorbeizuschauen. Auch die werden von mir mit größter Sorgfalt beschriftet. Trotzdem soll es hier chronologisch weitergehen, weshalb ich jetzt gleich etwas über meine drei Tage im Great Barrier Reef schreiben werde… No worries!
Archiv für Mai 2008
Kaum war ich von meinem Trip nach Sydney zurückgekehrt, habe ich meinen kleinen Koffer schon wieder neu packen müssen, um in nördlichere Breitengrade aufzubrechen. Meine zweite Tour in den Semesterferien führte nach Cairns im tropischen Norden Queenslands. Nach zwei Stunden Flug von Brisbane landete ich auf dem winzigen aber durchaus viel versprechenden Flughafen in Cairns. Normalerweise sieht man beim Landeanflug auf seinen Zielflughafen erste Häuser und Straßen – nicht in Cairns. Die mickrige Piste liegt mitten im Dschungel zwischen grünen Hügeln und Palmenwäldern. Traumhaft. Genau so was brauchte ich nach fünf Tagen im hektischen Sydney. Ich wurde vom Flughafen abgeholt und zum Hostel gebracht. Auch das lag mitten im Grünen umsäumt von Palmen und tropischem Gewächs am Rand der kleinen Stadt – oder besser gesagt am Ende einer der einzigen drei größeren Straßen in Cairns. Das Dörfchen ist in nur 15 Minuten zu Fuß zu durchqueren. Sehr überschaubar. Nachdem ich mein Zimmer im Hostel eingerichtet hatte, habe ich auch genau das getan. Ich bin an der Strandpromenade südwestlich Richtung Hafen geschlendert. Aber etwas war anders… Richtig! Der Strand fehlte. Entlang der gesamten Promenade blickte man auf ein schlammiges Watt. Auf einem kleinen rostigen Schild konnte man lesen: No access. Stingers may be present. Crocodiles have been sighted in this area. Quallen, deren Gift lebensgefährlich giftig ist, und Salzwasserkrokodile. Willkommen im Dschungel von Nord Queensland. Das Städtchen Cairns ist dagegen verhältnismäßig unspannend. Tauch- und Souvenirgeschäfte, ein paar Pubs und Imbissbuden. Nichts, was man nicht schon mal gesehen hätte.
Am nächsten Tag hatte ich noch Zeit für mich bevor es zum Tauchen raus ins Great Barrier Reef gehen sollte. Laut Reiseführer ist Umgebung um Cairns insbesondere die Küstenstraße Richtung Norden sehr sehenswert. Also habe ich mir kurzer Hand ein Auto gemietet, um mich selbst davon zu überzeugen. Ein Typ im Hostel – er nannte sich selbst Buddha – hat den Wagen für mich organisiert. Am Telefon hatte er immer von einem „Matchbox Car“ gesprochen. Ich hatte ehrlich gesagt ernsthafte Bedenken, dass er mir die letzte Schrottkarre andreht. Immerhin sollte dieser Ausflug meine erste Erfahrung auf australischen Straßen darstellen. Aber die Schleuder war in Ordnung – solider japanischer Kleinwagen mit Automatikgetriebe – und nachdem ich etwa zehnmal den Scheibenwischer betätigt hatte, habe ich dann auch verstanden, dass der Blinker links ist.
Mein Weg führte mich auf dem Captain Cook Highway nordwärts zunächst Richtung Palm Cove – das nächste Dörfchen, das einen richtigen Namen hat. Der Begriff „Highway“ ist in diesem Falle allerdings etwas weit hergeholt, da es sich eigentlich nur um eine einspurige, provisorisch befestigte Straße handelte. Allerdings in bester Lage direkt am Wasser entlang. Ich hatte mir fest vorgenommen nicht alle 50 Meter anzuhalten, um Fotos zu machen, weil mich Freunde und Bekannte immer für völlig bescheuert erklären, aber ich konnte nicht anders. Ein Traumstrand nach dem anderen mit glasklarem Wasser vor der Nase und dichtem Regenwald im Rücken. Ich habe es allerdings nicht gewagt schwimmen zu gehen, da ich die Krokodil-Warnschilder noch gut in Erinnerung hatte. Trotz der vielen Fotostops kam ich relativ zügig voran und passierte nach etwa 40 km ein Schild mit der Aufschrift „Hartley’s Crocodile Farm“. Also entschloss ich mich eine kurze Auszeit zu nehmen und Krokodile zu sehen. Die Farm lag am Fuße des Regenwaldes zwischen zahlreichen Tümpeln und Sümpfen – den „Wetlands“. Hier habe ich dann Krokos, Koalas und Kasuare gesehen. Letztere sind flugunfähige Vögel, ähnlich einem Strauß, allerdings mit blauen Köpfen und schwarzem Gefieder. Sehr putzig anzuschauen.
Als ich die Farm wieder verließ wurde das Wetter dramatisch schlechter und es regnete auf meiner Weiterfahrt Richtung Port Douglas. Aber auch bei besserem Wetter hätte ich das Dorf nicht wesentlich spannender empfunden. Ein kleines Hafenstädtchen mit Booten und protzigen Villen. Auch der berühmt berüchtigte Four Mile Beach sah im trüben Regenwetter nicht besonders spektakulär aus. Also bin ich recht zügig weitergefahren Richtung Mossman Gorge National Park noch ein Stück weiter nördlich. Eigentlich wollte ich nach Port Douglas umkehren, aber ein Pärchen im Hostel hat mir einen Nationalpark in der Nähe von Mossman sehr an Herz gelegt. Dort angekommen bin ich dann drei Kilometer durch den Regelwald gewandert und war in einem herrlich erfrischenden Gebirgsbach schwimmen. Siehe Fotos. Völlig allein im Dschungel. Sehr cool. Nach der Dschungeltour bin ich direkt zurück nach Cairns gefahren, um mein lieb gewonnenes Matchbox Car wieder abzugeben. Alles in allem war das ein sehr reichhaltiger Tag. Ich hatte irgendwie das Gefühl einen komprimierten und sehr intensiven Zweiwochenurlaub in ein paar Stunden zu erleben. Auf jeden Fall einer der besten Tage in Australien bisher.

