Archiv für Juli 2008

Tauchen durch das siebte Weltwunder

Nach meinem Ein-Tages-Intensiv-Trip entlang des Captain Cook Highways stand für den nächsten Morgen dann endlich mein Tauchtrip im Great Barrier Reef an – der Grund warum ich eigentlich nach Cairns geflogen war. Überpünktlich um halb sechs stand ein Bus der Tauchtypen vor der Tür des Hostels. Im Diveshop in der Nähe des Hafens habe ich dann mein Equipment bekommen und um kurz nach sieben sind wir auch schon Richtung Riff ausgelaufen. Ich hatte es ja bereits erlebt mit nem Boot zum Tauchen raus zu fahren und war auch prompt um eine unangenehme Erfahrung reicher, weil ich extrem sehkrank wurde. Da dieses Boot in Cairns nun erheblich größer war, dachte ich, mit einer Reiseübelkeitstablette komme ich dicke hin. Weit gefehlt. Da das Boot dafür gebaut ist, möglichst dicht an die Riffe heranzufahren, hat es einen sehr flachen und breiten Rumpf mit minimalem Tiefgang. Für die Fahrt zum Riff bedeutet das allerdings eine extreme Wackelpartie. Und damit meine ich wirklich extrem. Ich konnte nicht aus dem Fenster schauen, weil ich abwechselnd entweder nur Wasser oder nur Himmel gesehen habe. Nachdem ich dann panisch eine zweite und dritte Tablette geschmissen hatte, konnte ich es einigermaßen aushalten ohne sofort zu kot… . Nach drei Stunden Fahrt etwa 70 km vor der Küste von Cairns lag dann unsere erste Haltestelle: Das Milln Reef. Vor dem ersten und allen weiteren Tauchgängen wurden wir kurz über die Riffformation und Fischvorkommen gebrieft und dann konnte es losgehen. Erster Tauchgang im Great Barrier Reef, 11:10 Uhr, 31 Minuten Bottom Time, 20,9 Meter tief bei mehr als 15 Metern Sicht. Als Buddy habe ich mir auf dem Boot einen Holländer namens Perry angelacht – netter Kerl. Unser erster Tauchgang im Riff war also wirklich beeindruckend. Die Eindrücke unter Wasser sind schwer zu beschreiben aber die Fotos sprechen für sich. Ein bunter Garten aus Korallen mit unzähligen verschiedenen Fischen und anderen Meerestieren. Einfach unglaublich schön.

Eines der Highlights war ein Nachttauchgang am ersten Abend. Um kurz nach acht war es stockdunkel. Und da es auf hoher See keine urbanen Lichter mehr gibt ist die Sicht sowohl über als auch unter Wasser tatsächlich null. Das war schon etwas gruselig. Einer der Dive Instructors hat dann gefragt wer als erster ins Wasser geht. Mein Buddy und ich haben uns etwas verunsichert angeschaut, dann aber gesagt: Ok, wir machen’s. Unser Instructor ist dann schmunzelnd in seiner Kabine verschwunden und kam kurze Zeit später mit einem Eimer Fisch wieder. Als er die Fische dann vom Heck des Bootes ins Wasser geworfen hat, waren innerhalb von Sekunden vier bis fünf dicke Haie hinter dem Boot und haben sich gierig über das Fressen hergemacht. Mein Buddy und ich waren plötzlich doch recht verunsichert, ob es tatsächlich so eine gute Idee ist den ersten Schritt ins schwarze Nass zu wagen. Nachdem man uns aber keine andere Wahl mehr ließ, war alles halb so schlimm, da die Haie extrem scheu sind und sofort die Flucht ergriffen haben als wir ins Wasser gesprungen sind. Trotz alle dem war es schon sehr unheimlich unter Wasser, da sich die Sicht auf den schmalen Schein unserer Taschenlampen beschränkte. Auf die Frage wie wir denn bei völliger Dunkelheit wieder zum Boot zurückfinden, antwortete unser Instructor nur: Schaltet die Taschenlampen einfach aus, dreht euch einmal um die eigene Achse und folgt dem Lichtschein, der vom Boot ausgeht. Very easy. Hier ist ein kleines Video, das ich gedreht habe…

Insgesamt waren die drei Tage auf dem Boot wirklich die Reise wert und ich kann das Great Barrier Reef jedem wärmstens empfehlen! Viele Fotos mit Beschreibungen, was mir unter Wasser so alles begegnet ist, gibt es hier: Milln Reef und Flynn Reef.