Die Reise geht weiter. Morgen früh breche ich nach Adelaide auf. Von dort aus geht es vier Tage später mit dem “Ghan” in knapp 26 Stunden nach Alice Springs im roten Zentrum Australiens. Dort werde ich mir den King’s Canyon, die Olgas und natürlich Uluru, früher bekannt als Ayer’s Rock ansehen. Hier seht ihr die Route.
Nach ein paar Tagen Aufenthalt in Alice geht es in 24 Stunden mit dem Ghan weiter bis Darwin im tropischen und heißen Norden des Kontinents. Dort bleibe ich ebenfalls einige Tage und werde mir einen Eindruck des Kakadu National Parks verschaffen. Insgesamt werde ich 20 Tage unterwegs sein. Also, bis in drei Wochen…
Der vergangene Mittwoch war definitiv der längste Tag meines Lebens. Zumindest hat es sich so angefühlt. Doch fangen wir vorne an. Meine Tour durch New South Wales war großartig. Die Strecke bis Canberra und der darauf folgende Abschnitt durch die Blue Mountains waren atemberaubend! Landschaftlich definitiv eine der besten Ecken Australiens. Die Fotos sprechen für sich. Nach fünf Tagen und rund 2000 km bin ich dann am frühen Abend des 30. Dezember in Sydney angekommen. Ich habe das Auto am Flughafen geparkt und gezwungenermaßen auch die Nacht dort verbracht, weil alle Campingplätze und Hostels im Umkreis von 100 km restlos ausgebucht waren! Ich bin am Abend nur kurz durch die Stadt geschlendert, habe in Chinatown ein paar Nudeln gefuttert und bin dann mit dem Zug zurück zum Flughafen gefahren, um einige wenige Stunden zu schlafen. Am nächsten Morgen bin ich um sechs wieder aufgestanden, habe Wasser, Kekse und Sonnencreme eingepackt und bin zurück zum Opera House gefahren. Ein Polizist hatte mir am Vortag gesagt, man müsse früh sein, um die besten Plätze für das Feuerwerk zu sichern. Das habe ich dann auch gemacht und war um kurz nach sieben am 31. Dezember vor dem Opera House. Überraschenderweise war ich nicht der Erste. Einige asiatischen Freunde hatten schon ihre Zelte aufgebaut und Planen ausgebreitet. Also habe ich mich direkt daneben gesetzt und gewartet, 17 Stunden lang! Gegessen, getrunken, eingecremt - und das Ganze mehrere Male. Im Laufe des Morgens hat sich rechts von mir eine Gruppe junger Chinesen niederlassen und links von mir eine Großfamilie aus Indien. Innerhalb von 17 Stunden kommt man da schon mal ins Gespräch. Bis die Sonne gegen acht endlich unterging, war die Hitze fast unerträglich. Es war keine Wolke am Himmel. Normalerweise beschwere ich mich nicht über gutes Wetter, aber an diesem Tag war es echt pervers.
Kurz vor Mitternacht gab es dann die bekannten 10 Sekunden Countdown und plötzlich war es etwa zwei Sekunden still. Keine Lichter. Ich bin mir nicht sicher, ob das ein Fehler war oder Absicht. Wie auch immer, nach einem Moment des Schreckens gab es dann tatsächlich das sagenumwobene Sydneyer Feuerwerk. Ich muss ehrlich sagen: Wahnsinn! Die gesamte Harbour Bridge scheint zu explodieren. Einfach unglaublich. Ich habe die erste Minute auf Video festgehalten. Spärliche 13 Minuten später war es dann auch schon wieder vorbei. Keine Zugabe, kein weiteres Programm! Die Massen wurden innerhalb der folgenden halben Stunde buchstäblich aus dem Hafen vertrieben. Keiner durfte bleiben. Die gesamte Fläche wurde geräumt. Wie ich am nächsten Tag erfahren habe, hat sich die Stadt die 13 Minuten stolze 5 Mio Dollar kosten lassen, das sind knapp 40.000 pro Minute. Nicht übel. Unterm Strich muss ich sagen: Das war wahrscheinlich nicht mein bestes Silvester, aber ein Abenteuer. Bei den Fotos gibts eine Zusammenfassung der 17 Stunden in Bildern. Ich wünsche allen ein frohes neues Jahr 2009!